Mit Hypnobirthing Dammriss und Dammschnitt vermeiden

Katharina Otreba

Dammriss und Dammschnitt mit Hypnobirthing vermeiden

Jede schwangere Frau möchte eine Geburtsverletzung vermeiden. Der Dammschnitt ist eine Intervention, bei der ein Schnitt von 2cm, zwischen Scheide und After gemacht wird. Er gilt als sehr veraltet und wird in einem modernen Krankenhaus nicht ausgeführt, es sei denn es gibt medizinische Komplikationen, die dies erfordern.
Ein Dammschnitt heißt immer, dass gesundes Gewebe durchtrennt wird, während ein Riss bedeutet, dass das Gewebe reißt, das ohne hin schon schwach war. Ein Dammschnitt ist in der Regel 2cm lang, ein Dammriss kann kürzer sein. Der Gedanke an einen Dammriss ist aber dennoch sehr oft mit Angst und Sorgen behaftet und kann eine Frau sogar blockieren, bei der Geburt loszulassen.
Eine Geburt kann aber auch ganz ohne Risse und Verletzungen stattfinden, denn es gibt Methoden, um das Risiko eines Dammrisses zu reduzieren.
Wir schauen uns diese genauer an.

1. Dammmassage

Die Dammmassage ist eine der ältesten Methoden, mit der der Damm auf die Geburt vorbereitet werden kann. Für die Dammmassage besorgst du dir entweder ein Dammmassageöl oder nimmst einfach ein Pflanzenöl., wie Olivenöl oder Sesamöl.
Der Daumen wird mit dem Öl befeuchtet,ca 2 cm in die Scheide eingeführt und in halbrunden Bewegungen etwas gedehnt. Es geht darum, den unteren Bereich des Damms elastischer zu machen und die Durchblutung zu fördern. Man beginnt in der 36 Schwangerschaftswosche, macht die Dammmassage jeden Tag für 2-3 min. Dieses ist die beste Methode, um den Damm auf die Geburt vorzubereiten.

2. Beckenbodentraining

Beim Beckenbodentraining werden die Beckenbodenmuskeln angespannt, nach oben gezogen, dann kurz gehalten und die Spannung wird wieder losgelassen. Um herauszufinden, welche Muskeln das genau sind, kannst du probieren beim Urinieren den Urin kurz anzuhalten. Die Muskeln, die du dafür verwendest, sind die Beckenbodenmuskeln. Bitte übe dieses aber nicht auf der Toilette. Das Anhalten des Urins dient nur zur Verdeutlichung, um welche Muskelgruppe es sich handelt.
Früher wurde vom Beckenboden Training während der Schwangerschaft abgeraten. Heute geht man allerdings davon aus, dass jeder trainierte Muskel stärker und widerstandsfähiger ist und somit nicht so schnell verletzt wird. Denke daran deinen Beckenboden alle paar Tage mehrmals am Tag anzuspannen.
 

3. Gesunde Lebensweise und Yoga3. Gesunde Lebensweise und Yoga

Eine gesunde Lebensweise mit gesunder Ernährung und auch einem gesunden Maß an Aktivität wird deinen Körper stark machen.  Ein stärkerer Körper ist wie schon gerade gesagt widerstandsfähiger und hält einfach mehr aus. Eine wunderbare Methode zur Stärkung von Körper und Geist ist Yoga. Positionen wie die Hocke können dabei helfen, das Becken zu weiten. Andere Positionen wie die Brücke helfen den Bockenboden zu stärken.

4. Heublumen

Hierbei handelt es sich um ein Hausmittel aus verschiedenen Gräsern und Blüten, um die Beckenbodenmuskulatur zu lockern und geschmeidiger zu machen. Ab der 38 Woche kann Heublumen Sitzbad durchgeführt werden, dieses ist eine Anwendung mit Dampf. Die Heublumen sollten ca 10 min land im Wasser ziehen. Dann wird der Topf mit heißem Wasser und Heublumen in eine Toilette gestellt. Der Dampf soll dabei helfen, beim Dammgewebe für bessere Durchblutung zu sorgen. Allerdings ist Dampf sehr heiß und ich kann davon eher abraten, da Verbrennungsgefahr besteht!
Sicherer ist das Vollbad.  Auch hier sollten die Heublumen mit heißem Wasser aufgegossen werden und ca 10 min ziehen. Danach kann man die Heublumen zum Badewasser dazugeben. Achte bitte auf eine nicht zu heiße Wassertemperatur. Das Bad sollte nicht länger als 15 Min betragen und ein bis zweimal wöchentlich durchgeführt werden.

5. Himbeerblättertee

Der Himbeerblätter Tee soll erst ab der 36 Schwangerschaftswoche getrunken werden.  Man beginnt mit einer Tasse am Tag und steigert die Menge langsam. Ab der 39 Woche bis auf drei Tassen am Tag. Himbeerblättertee kann dabei helfen, die Gefäße zu weiten, so dass wenn der Damm sich öffnet, die Wahrscheinlichkeit von einem Riss reduziert wird.

6. Geburtsposition

Es gibt verschiedene Geburtspositionen und manche sind für den Damm besser als andere. Eine Position, bei der die Frau auf dem Rücken liegt heißt zum einen, dass Muskel und Gewebe nach innen gedrückt werden, und der Geburtsweg enger wird. Zum anderen, übt der Babykopf viel Druck auf den Damm Richtung After aus, da die Schwerkraft den vorderen Teil des Kopfes verstärkt gegen nur einen Teil des Damms drückt. In Rückenlage muss oft stark gepresst werden, da die Schwerkraft nicht bei der Geburt mithilft, wodurch Dammverletzungen entstehen können.

Eine Geburt in einer aufrechteren Position ist da günstiger. Auf den Knien, in der Hocke oder dem Geburtshocker bieten sich da an. Da hier das Becken gut geöffnet ist, das Baby hat den maximalen Platz und wird durch die Schwerkraft weiter nach unten geschoben wird. Ein starkes Pressen ist hier meistens nicht notwendig.

6. Geburtsatmung

Die letzte Phase der Geburt wird klassisch als Pressphase bezeichnet. Wie der Name schon sagt, wird das Baby hier rausgepresst. Pressen bedeutet immer, dass die Luft angehalten  und mit aller Kraft zum Damm hingedrückt wird. Leider steht der Damm dann unter einer solch starken Spannung (wie ein überspanntes Gummi), dass es leichter zu einem Dammriss kommen kann.

Anstelle des Pressens verwendet man beim Hypnobirthing die Geburtsatmung. Diese ist eine Art Schiebeatmung, bei der das Baby mit Hilfe von Druck, sowie einer starken Atmung nach unten, hinausgeschoben wird. Der Atem wird nicht angehalten und die Mutter bewahrt sich ihre Kraft, da sie nicht mit aller Anstrengung presst.

Da der Damm nicht so immens unter Druck steht, kann sich das Gewebe dem Babykopf besser anpassen und Geburtsverletzungen werden reduziert.
In meinem Hypnobirthing Kurs gehen wir die Themen der Atemtechniken, unterteilt in Geburtsphasen, sowie Geburtspositionen mit Videos und Anleitung durch, damit du und dein Baby eine sanfte Geburt erleben könnt.

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